Schritt 1: Fragen aus Kundensicht wählen
Nehmen Sie fünf bis zehn Fragen, die Ihre Kunden vor einer Anfrage stellen. Die besten Quellen sind Vertrieb und Erstgespräche: Womit kommen Interessenten, welche Worte benutzen sie?
Schreiben Sie die Fragen so konkret wie im echten Gespräch, mit Region, Spezialgebiet oder Problem, und ohne Ihren Firmennamen. Zwei Beispiele:
- Allgemein: „Welcher Steuerberater in Düsseldorf ist gut für ein mittelständisches Unternehmen?“ Spezifisch: „Welcher Steuerberater kennt sich mit deutsch-niederländischen Steuerfragen aus?“
- Allgemein: „Edelstahlbehälter Hersteller“. Spezifisch: „Welcher Hersteller fertigt Edelstahlbehälter für Lebensmittel in Kleinserie?“
Wie viele Fragen es sein müssen, belegt keine der sechs Anleitungen, die wir gelesen haben. Unsere Einschätzung: Für eine Ausgangslage reichen wenige, die Ihr Geschäft treffen.
Die Frage „Was weißt du über [Ihr Unternehmen]?“ gehört nicht in die Zählung. Sie zeigt nur das Bild, das die KI von Ihnen hat (siehe häufige Fragen).
Unser Test: Spezifische Fragen bringen andere Anbieter
Am 31. Oktober 2026 haben wir ChatGPT zehn Kauffragen aus Steuerberatung und Eventbranche gestellt, je Branche zwei allgemeine und drei spezifische. Jede Frage lief fünfmal: abgemeldet, mit Websuche, in einem frischen Browserfenster.
Auf spezifische Fragen nannte ChatGPT andere, spezialisierte Anbieter. Die beiden deutsch-niederländischen Steuerfragen hatten keinen Anbieter mit der allgemeinen Düsseldorf-Frage gemeinsam. Von den Anbietern zweier Läufe kamen bei spezifischen Fragen im Schnitt 53 % in beiden vor (je Frage 28 bis 85 %), bei allgemeinen 41 %.
Keine Liste kam zweimal in derselben Reihenfolge (0 von 100 Laufpaaren), dieselbe Auswahl nur in 5 von 100. Einen festen Kern gab es trotzdem: Im Schnitt tauchten 46 % der Anbieter einer Frage in mindestens 3 von 5 Läufen auf.
Grenzen: nur ChatGPT, 50 Läufe an einem Vormittag, ein Anschluss in Düsseldorf. Perplexity verlangte eine Anmeldung, Google blockierte die Abfragen mit einer Prüfung auf automatisierte Zugriffe. Beides haben wir nicht umgangen.
Schritt 2: Neutral fragen und jede Frage mehrfach stellen
ChatGPT kann laut OpenAI frühere Chats, gespeicherte Erinnerungen und eigene Anweisungen für neue Antworten nutzen. Fünf Regeln halten diesen Einfluss klein:
- Abgemeldet fragen oder ein eigenes Messkonto ohne Erinnerungen nutzen.
- Temporären Chat nur mit „Unpersonalized“. Laut OpenAI wählen Sie vor der ersten Nachricht zwischen „Personalized“ und „Unpersonalized“. Nur „Unpersonalized“ lässt vorhandene Erinnerungen und Anweisungen weg.
- Jede Frage in einem neuen Chat stellen.
- Websuche einschalten und bei jedem Lauf gleich lassen.
- Datum, Standort und System notieren, damit Sie den Test später unter gleichen Bedingungen wiederholen können.
Regel 2 gilt nur für ChatGPT, die übrigen auch für Perplexity und Googles KI-Modus.
Stellen Sie jede Frage mehrfach. Wie oft, ist umstritten. Eine Agentur-Anleitung nennt „mindestens dreimal“, Kevin Indig auf LinkedIn drei bis fünf Läufe, ein Praktiker auf Reddit mindestens 20. SparkToro hält die Zahl ausdrücklich für eine offene Frage; die Fragen der eigenen Studie liefen je 60 bis 100 Mal.
Ein Rahmen, der in eine Stunde passt: fünf Fragen, drei Systeme, je zwei Läufe. Das ergibt 30 Antworten. Mehr Läufe machen das Ergebnis genauer, wie der Abschnitt „So lesen Sie das Ergebnis“ zeigt.
Schritt 3: Antworten in einer Tabelle zählen
Tragen Sie jede Antwort als Zeile ein. Notieren Sie, ob Ihr Unternehmen nur erwähnt oder ausdrücklich empfohlen wird.
| Frage | System | Lauf | Genannt? | Verlinkt? | Statt uns genannt | Zitierte Quellen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Frage 1 | ChatGPT | 1 | nein / erwähnt / empfohlen | ja / nein | ||
| Frage 1 | ChatGPT | 2 | ||||
| Frage 1 | Perplexity | 1 | ||||
| Frage 1 | 1 | |||||
| Übrige Läufe bis Frage 5 | ... | ... | ||||
| Summe | ChatGPT | 10 | … von 10 | … von 10 | ||
| Summe | Perplexity | 10 | … von 10 | … von 10 | ||
| Summe | 10 | … von 10 | … von 10 |
Zählen Sie jedes System für sich: Nennungen geteilt durch seine Antworten ergibt die Quote. Die Spalte „Zitierte Quellen“ zeigt, welche Seiten die KI für Ihr Thema heranzieht.
So lesen Sie das Ergebnis
Lesen Sie das Ergebnis in Klassen: nie, manchmal oder meistens genannt. Für eine genaue Prozentzahl schwanken die Antworten zu stark.
Die Liste ändert sich fast bei jedem Lauf. Für eine Studie von SparkToro stellten 600 Freiwillige 12 Fragen an ChatGPT, Claude und Googles KI, insgesamt 2.961 Mal. Dass zwei Antworten dieselbe Anbieterliste enthielten, kam seltener als 1 von 100 Mal vor, dieselbe Reihenfolge etwa 1 von 1.000 Mal.
Eine Quote über viele Läufe halten die Autoren trotzdem für einen brauchbaren Anhaltspunkt. Die Studie stammt aus den USA, ein Mitautor arbeitet bei einem Anbieter von Messwerkzeugen.
Wenige Antworten, weiter Bereich. Haben Sie Ihr Unternehmen in 9 von 30 Antworten gefunden, liegt die Quote bei 30 %. Der übliche Unsicherheitsbereich (95-%-Konfidenzintervall) reicht aber von etwa 17 bis 48 %:
| Antworten | Eine Nennung verschiebt die Quote um | Gemessen 30 %, Unsicherheitsbereich etwa |
|---|---|---|
| 10 | 10 Prozentpunkte | 11 bis 60 % |
| 30 | 3,3 Prozentpunkte | 17 bis 48 % |
| 200 | 0,5 Prozentpunkte | 24 bis 37 % |
Gerechnet mit dem Wilson-Intervall, einer üblichen Formel für Anteile aus kleinen Stichproben. Sie setzt unabhängige Läufe voraus, was bei KI-Antworten nur ungefähr gilt. Im Rahmen aus Schritt 2 hat jedes der drei Systeme nur 10 Antworten.
Unsere Faustregel: keine Nennung heißt „nie“, bis zur Hälfte der Läufe „manchmal“, mehr als die Hälfte „meistens“. Nach drei Monaten wiederholen Sie den Test mit denselben Fragen. Ein Wechsel um eine Klasse ist bei 10 Antworten je System noch kein Beleg. Hält er bei der nächsten Wiederholung oder springt die Klasse von „nie“ auf „meistens“, hat sich wahrscheinlich etwas bewegt.
Die Gegenposition. Einige Praktiker auf Reddit halten das Zählen von KI-Antworten für sinnlos. Für eine Ausgangslage reicht der Test von Hand. Wer Veränderungen um wenige Prozentpunkte sehen will, braucht weit mehr Läufe: Selbst bei 200 Antworten reicht der Bereich noch von 24 bis 37 %.
Was Google, Bing und Analytics kostenlos zeigen
| Quelle | Wo | Was sie zeigt | Was sie nicht zeigt |
|---|---|---|---|
| Google Search Console, Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen | Direktlink zum Bericht | Impressionen von Links zu Ihren Seiten in den Übersichten mit KI und im KI-Modus, seit 31.08.2026 für alle Websites | Klicks nennt die Hilfe nicht; bei zu wenigen Impressionen fehlt der Bericht |
| Bing Webmaster Tools, AI Performance (im Februar 2026 als Vorabversion gestartet) | Eigenes Dashboard „AI Performance“ in Bing Webmaster Tools | Zitate Ihrer Seiten in Copilot, den KI-Zusammenfassungen von Bing und bei ausgewählten Partnerdiensten; die Suchbegriffe, mit denen die KI Inhalte abgerufen hat, nur als Stichprobe | Nennungen bei Google und in anderen Diensten außerhalb von Microsoft und seinen Partnern |
| Google Analytics 4, Kanal „KI-Assistent“ | Akquisitionsberichte, Dimension „Standard-Channelgruppe“ | Besuche aus ChatGPT, Gemini, Copilot und anderen KI-Assistenten | Klicks aus Googles Übersichten mit KI und KI-Modus: Sie zählen als „Organische Suche“ |
Search Console und Bing zählen Links und Zitate Ihrer Seiten. Ob eine KI Ihren Namen ohne Link nennt, zeigt keine der drei Quellen. Fehlt der Search-Console-Bericht, prüfen Sie unter Einstellungen > Generative KI-Funktionen der Google Suche, ob Ihre Website ausgeschlossen ist.
Nicht jeder Besuch aus ChatGPT ist erkennbar. Ein Praktiker auf Reddit berichtet, dass ein Teil der Besuche ohne Verweisquelle ankommt und in Analytics unter „Direkt“ landet. Die echte Zahl kann also höher liegen. Zum Vergleich: In einem B2B-Kundenkonto von uns kamen in zwölf Monaten 89 von 15.342 Besuchen aus ChatGPT, das sind 0,6 %.
robots.txt prüfen. Wer den Crawler OAI-SearchBot sperrt, wird laut OpenAI in den Suchantworten von ChatGPT nicht angezeigt, höchstens noch als reiner Navigationslink. Den Crawler GPTBot nutzt OpenAI für das Training seiner Modelle. Lassen Sie prüfen, was Ihre robots.txt erlaubt.
Was kostenlose KI-Checks messen
In den sieben kostenlosen Checks, die wir gelesen haben (Stand 02.11.2026), fanden wir drei Arten:
- Prüfung der Website. Drei Checks bewerten, wie gut KI-Systeme Ihre Website lesen können. Einer schreibt selbst dazu, dass er keine Nennungen misst.
- Abfrage von Trainingswissen. Ein Check zeigt, was ChatGPT, Perplexity und Gemini aus ihren Trainingsdaten über Ihre Marke sagen.
- Nennungen in Antworten. Drei Checks zeigen, ob KI-Systeme Ihr Unternehmen nennen. Bei einem davon ist die kostenlose Ansicht ausdrücklich eine begrenzte Vorschau.
Ein guter Website-Wert heißt also nicht, dass Sie genannt werden. Unsere Haltung: Ein Check, der Nennungen zählt, taugt nur, wenn der Anbieter offenlegt, in welchen Systemen und wie oft er jede Frage stellt. Wenige Abfragen sind eine unsichere Stichprobe, siehe die Tabelle in „So lesen Sie das Ergebnis“.
Wenn Sie den Test nicht selbst machen wollen: Als GEO Agentur bieten wir eine solche Prüfung kostenlos an, mit 10 Käuferfragen Ihrer Branche, jede mehrfach gestellt, das Ergebnis als Tabelle. Ob sich GEO für Sie überhaupt lohnt, behandelt unser Artikel Brauche ich GEO?.
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Transparenzhinweis
- Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
- Interessenkonflikt: PushPartner bietet GEO an. Die kostenlose Prüfung am Ende ist unser Einstieg in diese Leistung.
- Datenstand: 3. November 2026. Wir prüfen den Artikel spätestens am 2. Februar 2027.
- Quellen: Anbieterdokumentation (OpenAI teils als Webarchiv-Kopie, weil gesperrt), eine Studie mit Anbieterbezug, Herstellerangaben, Forenbeiträge als Stimmungsbild, ein eigener Test. Kundendaten anonymisiert, mit Freigabe.
Quellen
- SparkToro: AIs are highly inconsistent when recommending brands or products, 27.01.2026
- Search Console-Hilfe: Leistungsbericht zu generativen KI-Funktionen und Freigabe von Inhalten für generative KI, abgerufen 03.11.2026
- Bing Webmaster Blog: Introducing AI Performance in Bing Webmaster Tools (Public Preview), 10.02.2026
- Google Analytics-Hilfe: Standard-Channelgruppe, abgerufen 03.11.2026
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers, abgerufen 03.11.2026
- OpenAI-Hilfe: Temporary chat in ChatGPT und Memory in ChatGPT, Kopien im Webarchiv vom 05.10. und 24.09.2026
- Kevin Indig auf LinkedIn: A prompt tracker that runs each prompt once ..., abgerufen 02.11.2026
- Suchhelden: KI-Sichtbarkeit messen & verbessern, Oktober 2026
- Reddit-Diskussionen (Stimmungsbild): r/localseo, r/SEO, r/seogrowth, abgerufen 02.11.2026
- Kostenlose Checks, Herstellerangaben vom 02.11.2026: suchhelden.de, ki-sichtbarkeit.net, provimedia.de, arocom.de, HubSpot, Ahrefs, Semrush
- Gelesene Anleitungen, abgerufen 02.11.2026: Gerlach Media, GEO messen; OMR, KI-Sichtbarkeit messen; planinja, KI-Sichtbarkeit ermitteln und tracken; 40komma6, Blogartikel „KI-Sichtbarkeit messen“ auf 40komma6.de; einshoch, KI-Sichtbarkeit messen; Suchhelden (Nr. 8)
- Eigener Test mit ChatGPT, 31.10.2026 (Details im Kasten „Unser Test“ in Schritt 1), und eigene Auswertung eines Kundenkontos in Google Analytics 4, zwölf Monate bis 30.10.2026 (Details im Artikel Brauche ich GEO?)




