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Google-Ads-KPIs bei Lead-Kampagnen: Diese Kennzahlen zählen bis zum Auftrag

Google-Ads-KPIs bei Lead-Kampagnen: Diese Kennzahlen zählen bis zum Auftrag

03.11.2026

8 Min. Lesezeit

Pixelgrafik: Ein Mauszeiger führt über eine gestrichelte Linie zu einem Briefumschlag mit grünem Häkchen und weiter zu einer großen lächelnden Goldmünze mit Euro-Zeichen, rechts daneben liegt eine Lupe.

Bei Lead-Kampagnen zählen zwei Kennzahlen: die Kosten je qualifizierter Anfrage und die Kosten je Auftrag. Klickrate, Klickpreis und Conversion-Rate erklären nur, warum sich diese beiden Zahlen bewegen. Die wichtigsten Werte stehen deshalb nicht in Google Ads, sondern in Ihrem Vertrieb.

Dazu kommt eine zweite Ebene: Google bietet auf das Ziel, das Sie im Konto hinterlegen. Dafür eignet sich der Auftrag selten. Gesteuert wird auf die späteste Vertriebsstufe, die zuverlässig innerhalb von etwa 30 Tagen nach dem Klick erreicht wird und genug Volumen hat. Meist ist das die qualifizierte Anfrage oder der vereinbarte Termin.

Aufträge melden Sie zusätzlich an Google Ads zurück, als sekundäre Conversion mit Wert, damit die Auswertung bis zum Auftrag reicht.

Kennzahl oder Ziel: Warum die übliche KPI-Liste bei Anfragen in die Irre führt

Drei deutsche Ratgeber zu Google-Ads-KPIs, die wir gelesen haben, nennen fünf bis 17 Kennzahlen. Die Klickrate steht bei allen dreien darin. Bei Anfragen endet die Messung in Google Ads aber beim Formular oder Anruf, solange keine Daten aus Ihrem CRM zurückfließen. Ob daraus ein Auftrag wird, weiß nur Ihr Vertrieb.

Deshalb lohnt eine Rangfolge. Ziel-Kennzahlen sagen, ob sich das Budget lohnt: Kosten je qualifizierter Anfrage, Abschlussquote, Kosten je Auftrag. Diagnose-Kennzahlen sagen, warum eine Ziel-Kennzahl steigt oder fällt: Klickrate, Klickpreis, Conversion-Rate, Anteil an möglichen Impressionen.

Eine englischsprachige Agentur für B2B-Software fasst es so: Diagnose-Kennzahlen erklären Bewegungen in den KPIs, sie ersetzen sie nicht. Die Agentur verkauft diese Art der Auswertung, die Trennung hilft trotzdem.

Die Kennzahlen bis zum Auftrag: Anfrage, qualifizierte Anfrage, Abschlussquote

Zwischen Klick und Auftrag liegen drei Stufen, jede mit eigener Formel. Ohne Rückmeldung aus dem CRM liefert Google Ads nur die erste Zahl, die übrigen kommen aus Ihrem CRM oder Ihrer Auftragsliste.

StufeKennzahlFormelWoher die Zahl kommt
AnfrageKosten je AnfrageWerbekosten ÷ AnfragenGoogle Ads (Conversions)
Qualifizierte AnfrageKosten je qualifizierter AnfrageWerbekosten ÷ qualifizierte AnfragenVertrieb, CRM
AuftragAbschlussquote (bezogen auf qualifizierte Anfragen)Aufträge ÷ qualifizierte Anfragen, aus denen sie entstanden sindVertrieb, CRM
AuftragKosten je AuftragWerbekosten ÷ AufträgeVertrieb, Buchhaltung

Warum die Kosten je Anfrage allein nicht reichen. Sinken sie, kann das zweierlei heißen: Die Kampagne arbeitet besser, oder sie bringt mehr Anfragen, die keine Käufer sind. Erst die Kosten je qualifizierter Anfrage trennen beides. Die Gegenposition: Sind Ihre Anfragen sehr einheitlich, etwa Terminbuchungen mit Vorauswahl im Formular, können die Kosten je Anfrage ausreichen.

Was eine qualifizierte Anfrage höchstens kosten darf. Rechnen Sie rückwärts: Deckungsbeitrag je Auftrag mal Abschlussquote. Das Ergebnis ist eine Grenze, kein Ziel, denn an dieser Grenze decken die Aufträge gerade die Werbekosten.

Beispielrechnung, Zahlen angenommen. Ein Auftrag bringt 4.000 € Deckungsbeitrag. Aus jeder fünften qualifizierten Anfrage wird ein Auftrag, die Abschlussquote liegt bei 20 %. 4.000 € mal 20 % ergibt 800 € je qualifizierter Anfrage. Ist nur jede vierte Anfrage qualifiziert (25 %), darf eine Anfrage im Formular höchstens 200 € kosten (800 € mal 25 %). Beziehen Sie die Abschlussquote stattdessen auf alle Anfragen (25 % mal 20 % = 5 %), kommen Sie direkt auf dieselbe Grenze: 4.000 € mal 5 % = 200 € je Anfrage.

Klickrate, Klickpreis, Conversion-Rate: wofür Sie sie trotzdem brauchen

Diagnose-Kennzahlen zeigen, an welcher Stelle eine steigende Ziel-Kennzahl ihre Ursache hat. Als Ziel taugen sie nicht, weil keine von ihnen etwas über Aufträge sagt. Die Definitionen außer dem Klickpreis stammen aus der Google-Hilfe, die Einordnung in der Tabelle ist unsere.

KennzahlWas sie zeigtWas sie nicht zeigtTypische Fehlentscheidung
Klickrate (Klicks ÷ Impressionen)ob Anzeige und Suchbegriff zusammenpassenob die Klicks Anfragen werdenAnzeigen nach Klickrate auswählen statt nach Kosten je qualifizierter Anfrage
Klickpreiswas ein Klick kostetob der Besuch sich lohntGebote senken, obwohl die Kosten je qualifizierter Anfrage unter der Grenze liegen
Conversion-RateConversions je Klick in Prozentob die Conversion eine echte Anfrage isthohe Rate feiern, obwohl Seitenaufrufe oder Doppelzählungen mitlaufen
Anteil an möglichen Impressionenob mehr Budget oder höhere Gebote mehr Reichweite bringen könntenob die zusätzliche Reichweite Anfragen bringtBudget erhöhen, obwohl kaum Anteil durch das Budget verloren geht

Die Klickrate ist nicht egal. Laut Google fließt sie in die voraussichtliche Klickrate ein, einen Bestandteil des Anzeigenrangs. Eine „gute“ Klickrate legt Google nicht fest: Sie hänge davon ab, wofür und in welchen Netzwerken Sie werben.

Welcher Klickpreis tragbar ist. Grenze je Anfrage mal Conversion-Rate, etwa 200 € mal 5 % = 10 € je Klick (angenommen).

Vorsicht bei auffällig hohen Conversion-Raten. Zählt ein Konto mehrere Conversion-Aktionen oder bei einer Aktion jede Conversion statt einer je Klick, kann die Conversion-Rate laut Google sogar über 100 % liegen. Prüfen Sie vor jeder Bewertung, was im Konto als Conversion zählt.

Kein ROAS ohne Wert je Anfrage. Der ROAS teilt Umsatz durch Werbekosten. Umsatz kennt Google Ads bei Anfragen aber nur, wenn Sie ihnen Werte zuordnen. Bis dahin gehört er nicht in den Bericht.

Was Sie Google zum Bieten geben und was Sie nur auswerten

Bewerten und Bieten sind zwei verschiedene Aufgaben. Bewertet wird nach dem Auftrag, gesteuert auf die späteste Vertriebsstufe, die zuverlässig innerhalb von etwa 30 Tagen nach dem Klick erreicht wird und genug Volumen hat. Google nennt für das Gebotsziel sogar eine engere Frist.

Google rät, auf Zielvorhaben wie „Qualifizierter Lead“, „Termin vereinbaren“ oder „Angebot anfordern“ zu optimieren und nicht auf mehrere Phasen gleichzeitig. Die Aktion, auf die geboten wird, sollte laut Google in den letzten 30 Tagen mindestens 15 Conversions auf Kontoebene haben und idealerweise innerhalb von 7 Tagen nach der Anzeigeninteraktion stattfinden.

Ein Auftrag, der Wochen nach der Anfrage kommt, erfüllt das selten. Er ist die Zahl für Ihren Bericht. Zurückgemeldet wird er trotzdem, als sekundäre Conversion mit Wert. Solche Aktionen dienen laut Google nur zur Beobachtung und fließen in der Regel nicht in die Gebote ein.

Unsere Entscheidungshilfe daraus:

  1. Weniger als 15 qualifizierte Anfragen in 30 Tagen: Google bietet auf die Anfrage. Die qualifizierten Anfragen melden Sie zurück und beobachten sie.
  2. 15 oder mehr qualifizierte Anfragen in 30 Tagen, meist binnen 7 Tagen nach dem Klick qualifiziert, Upload möglichst täglich: Die qualifizierte Anfrage kann das Gebotsziel werden.
  3. Verschiedene Werte je Anfrage bekannt: Dann kommen wertbezogene Gebote in Frage. Ohne zuordenbaren Wert rät Google zu Ziel-CPA auf qualifizierte Leads.

Stand der Empfehlungen: November 2026. Wie die Rückmeldung aus dem CRM technisch zu Google kommt, ist ein eigenes Thema. Laut Google beginnen Werbetreibende ohne Offline-Import am besten mit erweiterten Conversions für Leads.

Ein Bericht, der zum Auftrag führt

Ein guter Bericht für Lead-Kampagnen stellt die Ziel-Kennzahlen oben hin und die Diagnose darunter.

EbeneKennzahlBeispielwert (angenommen)
ZielKosten je qualifizierter Anfrage520 € (Grenze: 800 €)
ZielKosten je Auftrag (Quartal)rund 2.670 € (Deckungsbeitrag je Auftrag: 4.000 €)
ZielAufträge im letzten Quartal7
MengeAnfragen / davon qualifiziert im Monat40 / 12
DiagnoseKlickrate, Klickpreis, Conversion-Rateje Kampagne, mit Vormonat
DiagnoseAnteil an möglichen Impressionen, entgangen durch Budget und Rangje Kampagne

Aufträge kommen verzögert. Eine Anfrage aus dem Oktober kann erst im November oder später zum Auftrag werden. Lesen Sie die Auftragszahlen deshalb mit Verzug, etwa im Quartal, und die qualifizierten Anfragen monatlich.

Vor jeder Budgeterhöhung den Anteil an möglichen Impressionen prüfen. Google weist aus, welcher Anteil wegen eines unzureichenden Budgets und welcher wegen eines zu niedrigen Anzeigenrangs entgangen ist. Mehr Budget hilft nur im ersten Fall.

So arbeiten wir selbst. Wir zählen Formulare und Anrufe, spielen die Qualität der Anfragen aus dem CRM zurück, wo es sinnvoll ist, und verschieben Budget zu den Kampagnen mit den besseren Anfragen. Berichtet wird in einem Live-Dashboard.

Für eine Google Ads Agentur oder Ihr eigenes Team heißt das: Vereinbaren Sie die Ziel-Kennzahl, bevor die erste Kampagne startet, und legen Sie fest, wer aus dem Vertrieb die qualifizierten Anfragen und Aufträge jeden Monat meldet.

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Transparenzhinweis

  • Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
  • Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf und betreut Google-Ads-Kampagnen für Anfragen. Ein Artikel, der Kennzahlen bis zum Auftrag empfiehlt, spricht auch für unsere eigene Arbeitsweise.
  • Datenstand: 3. November 2026. Wir prüfen den Artikel spätestens am 3. Mai 2027 und früher, wenn Google seine Empfehlungen zu Gebotszielen ändert.
  • Quellen: Hilfeseiten von Google Ads, der Ratgeber einer englischsprachigen Agentur und drei deutsche Ratgeber. Die Beispielrechnung und der Musterbericht arbeiten mit angenommenen Zahlen.

Quellen

  1. Google Ads-Hilfe: Best Practices für mehr aussichtsreiche Leads, abgerufen 03.11.2026
  2. Google Ads-Hilfe: Klickrate (CTR), abgerufen 03.11.2026
  3. Google Ads-Hilfe: Conversion-Rate - Definition, abgerufen 03.11.2026
  4. Google Ads-Hilfe: Anteil an möglichen Impressionen, abgerufen 03.11.2026
  5. Google Ads-Hilfe: Anteil an möglichen Impressionen abrufen, abgerufen 03.11.2026
  6. Google Ads-Hilfe: Primäre und sekundäre Conversion-Aktionen, abgerufen 03.11.2026
  7. Google Ads-Hilfe: Smart Bidding, abgerufen 03.11.2026
  8. Google Ads-Hilfe: Offline-Conversion-Importe, abgerufen 03.11.2026
  9. Tom Phillip Zenker: Wichtige Google Ads-KPIs, abgerufen 03.11.2026
  10. ProPerforma: Erfolg von Google Ads Kampagnen messen und analysieren, abgerufen 03.11.2026
  11. milaTEC: KPIs im Performance Marketing, abgerufen 03.11.2026
  12. GrowthSpree: Google Ads Metrics and KPIs for B2B SaaS (2026), abgerufen 03.11.2026

Häufige Fragen

Eine Metrik ist jede Zahl, die Google Ads misst, etwa Impressionen, Klicks oder Klickpreis. Eine KPI ist die Zahl, an der Sie den Erfolg festmachen. Bei Lead-Kampagnen sind das die Kosten je qualifizierter Anfrage und je Auftrag. Alle anderen Zahlen helfen bei der Suche nach der Ursache.

Eine feste Zahl gibt es nicht. Google schreibt, eine gute Klickrate hänge davon ab, wofür und in welchen Netzwerken Sie werben. Vergleichen Sie Ihre Anzeigen untereinander und über die Zeit, nicht mit Branchenwerten aus Ratgebern.

Anfragen, die Ihr Vertrieb nach festen Kriterien als passend annimmt, etwa richtige Leistung, passende Region und realistisches Budget. Die Kriterien legen Sie selbst fest. Wichtig ist, dass sie schriftlich stehen und sich von Monat zu Monat nicht ändern.

CPA steht für Kosten je Conversion, also Werbekosten geteilt durch die gezählten Conversions. Ziel-CPA gehört zu Googles Smart-Bidding-Strategien, die das Gebot in jeder Auktion automatisch anpassen. Können Sie Ihren Anfragen keinen Wert zuordnen, rät Google zu Ziel-CPA auf qualifizierte Leads.

Ja, aber auf das Ziel, das Sie im Konto hinterlegen. Zählt Ihr Konto jedes Formular, sucht die Automatik nach Formularen, auch nach schlechten. Erst wenn Sie qualifizierte Anfragen zurückmelden, genug davon zusammenkommen und Sie sie als Ziel setzen, bietet Google auf Anfragen, die Ihr Vertrieb annimmt.

Über den Autor

Benjamin Pusch

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Benjamin Pusch

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Benjamin Pusch

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