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Anrufanzeigen in Google Ads: Was nach dem Aus kommt und wann Anrufe besser sind als Formulare

Anrufanzeigen in Google Ads: Was nach dem Aus kommt und wann Anrufe besser sind als Formulare

03.11.2026

8 Min. Lesezeit

Pixelgrafik: Ein lächelndes Smartphone mit grünem Anrufbutton klingelt in der Mitte, links ein Briefumschlag mit Mauszeiger, rechts ein grünes Häkchen.

Google schaltet Anrufanzeigen ab: Seit Februar 2026 lassen sich keine neuen mehr anlegen, ab Februar 2027 erzielen bestehende keine Impressionen mehr. Anrufe aus Google Ads bekommen Sie trotzdem weiter, über ein Anruf-Asset an Ihrer Suchanzeige.

Ob ein Anruf für Ihren Betrieb die bessere Anfrage ist als ein Formular, klären nach unserer Einschätzung vier Fragen: Ist der Bedarf dringend, lässt er sich am Telefon klären, nimmt jemand ab, und braucht Ihr Angebot Fotos oder Maße? Zählen sollten Sie danach nur Anrufe, die lang genug für ein echtes Gespräch sind. Unsere Empfehlung als Startwert: 60 Sekunden, denn kürzere Anrufe sind oft Verwähler.

Anrufanzeigen laufen aus: so stellen Sie um

Der Ersatz für die Anrufanzeige ist das Anruf-Asset: Ihre Telefonnummer als Zusatz an einer responsiven Suchanzeige in Ihrer Suchkampagne. Für das Asset können Sie dieselbe Nummer nehmen wie in der Anrufanzeige. Die Google-Hilfe nennt für den Umstieg drei Schritte:

  1. Konto vorbereiten. Den Namen Ihres Unternehmens in den Konto- oder Kampagneneinstellungen hinterlegen und alle Telefonnummern als Anruf-Assets anlegen.
  2. Suchanzeige ergänzen. In der Anzeigengruppe eine responsive Suchanzeige erstellen oder bearbeiten und unter „Weitere Asset-Typen“ das Anruf-Asset hinzufügen.
  3. Anrufanzeige entfernen. Erst dann, wenn die neue oder geänderte Suchanzeige genehmigt ist und ausgeliefert wird.

Wie das Asset aussieht. Auf dem Smartphone steht unter der Suchanzeige ein Anrufbutton. Am Computer zeigt der Button „Anrufen“ die Nummer und einen QR-Code. Ein Klick darauf kostet so viel wie ein Klick auf den Anzeigentitel. Wie Klickpreis und Auktion zusammenhängen, erklärt der Überblick Wie funktioniert Google Ads?.

Warum Ihre Anzeige manchmal wie eine Anrufanzeige aussieht. Google spielt das Asset teils als Anrufbutton aus, ähnlich wie eine Anrufanzeige. Laut Hilfe kann das vorkommen, wenn die Kampagne responsive Suchanzeigen mit Anruf-Asset nutzt, auf Anruf-Conversions bietet und eine Smart-Bidding-Strategie wie „Ziel-CPA“ oder „Conversions maximieren“ läuft.

Rechnen Sie aber nicht damit, dass die Nummer immer zu sehen ist: Das Asset erscheint nicht bei jeder Impression. Ob es mit der Anzeige ausgeliefert wird, entscheidet Google in jeder Auktion.

Anruf oder Formular? Vier Fragen

Ein Anruf ist nicht automatisch die bessere Anfrage. Unsere Einschätzung: Er schlägt das Formular, wenn der Bedarf dringend ist, ein Gespräch die Sache klärt und jemand abnimmt.

Google schreibt, wer anrufe, suche nicht nur Informationen, sondern sei „bereit, aktiv zu werden“. Das ist eine Herstellerangabe, und sie nützt Ihnen nur, wenn am anderen Ende jemand rangeht. Eine Agentur zitiert in ihrem Ratgeber von 2023 einen Kunden aus dem Onlinehandel mit der Bitte: „Bitte die Werbung so einschränken, dass weniger Anrufe reinkommen, wir können diese nicht abarbeiten.“ Eine Einzelstimme, aber sie zeigt die Grenze.

FrageJa spricht fürNein spricht für
Ist der Bedarf dringend, etwa ein Rohrbruch oder eine ausgesperrte Kundin?Anrufbeides
Lässt sich die Anfrage in einem Gespräch klären?AnrufFormular
Nimmt zur Werbezeit jemand ab?AnrufFormular, Nummer nur zu Bürozeiten
Braucht Ihr Angebot Fotos, Maße oder Unterlagen?Formularbeides

Frage 3 entscheidet zuerst: Nimmt niemand ab, gehört die Nummer nur in die Bürozeiten, egal wie die anderen Antworten ausfallen.

Ein Beispiel: Ein Sanitärbetrieb mit Notdienst beantwortet die ersten drei Fragen mit Ja, solange der Bereitschaftsdienst ans Telefon geht. Für ein neues Bad mit Grundriss und Wunschliste passt eher das Formular. Fallen Ihre Antworten gemischt aus, bieten Sie beides an: die Nummer als Asset an der Anzeige und das Formular auf der Landingpage.

Welche Anrufe als Anfrage zählen sollten

Zählen Sie nur Anrufe ab einer Mindestdauer, die echte Gespräche von Verwählern trennt. Einen Standardwert dafür nennt die Google-Hilfe nicht, die Dauer legen Sie selbst fest. Unsere Empfehlung als Startwert: 60 Sekunden, denn kürzere Anrufe sind oft Verwähler.

Wie Google einen Anruf bewertet. Google kennt zwei Wege: eine KI-Auswertung der Gesprächsaufzeichnung oder die Mindestdauer. Aufgezeichnet wird derzeit nur, wenn beide Gesprächspartner in den USA oder Kanada sind. Für einen Betrieb in Deutschland entscheidet also Ihre Mindestdauer.

Was automatisch mitzählt. Sind Anrufberichte aktiviert, zählt Google neue Anrufe als Standard-Aktion „Anrufe über Anzeigen“, automatisch in der Spalte „Conversions“. Ist Ihr Unternehmensprofil mit Google Ads verknüpft und dort die Anrufliste aktiv, können auch Anrufe über das Profil unter dieser Aktion landen, sofern Google sie einer Anzeigeninteraktion zuordnen kann. Prüfen Sie nach dem Umstieg deshalb, ab welcher Dauer diese Aktion zählt.

Damit die Gebote aus Anrufen lernen. Die Aktion „Anrufe über Anzeigen“ muss aktiv und primär sein, und „Anruf-Leads“ muss in den Conversion-Zielvorhaben der Kampagne stehen. Sonst bietet die Kampagne nicht auf Anrufe. Eine Aktion für den bloßen Klick auf die Nummer bleibt sekundär.

Die Dauer aus den eigenen Daten ableiten. Anrufberichte zeigen je Anruf Dauer, Uhrzeit und ob eine Verbindung zustande kam, bei Anrufen über 15 Sekunden auch die Nummer des Anrufers.

Google beschreibt als Beispiel ein Reisebüro, bei dem Anrufe über zwei Minuten meist zu einem Verkauf führen; es zählt nur diese als Conversion. Sobald Sie wissen, welche der ersten Anrufe zu Terminen wurden, setzen Sie die Schwelle auf die Dauer, ab der das passiert.

Die Dauer bleibt ein Näherungswert. Ob aus dem Gespräch ein Auftrag wurde, erfährt Google Ads nur, wenn Sie es aus Ihrem CRM oder einer Liste importieren. Wie das geht und warum ein Klick auf die Nummer keine Anfrage ist, steht im Artikel Conversion-Tracking für Leads.

Erreichbar sein und die Nummer bestätigen

Zeigen Sie die Nummer nur, wenn jemand abnimmt. Im Anruf-Asset legen Sie unter „Erweiterte Optionen“ Tage und Uhrzeiten fest, laut Google „etwa nur dann, wenn Ihr Unternehmen auch Anrufe entgegennehmen kann“. Soll die ganze Anzeige nur zu bestimmten Zeiten laufen, nutzen Sie den Werbezeitplan der Kampagne; voreingestellt ist „Ganztägig“.

Die Nummer, die Google bestätigt. Google prüft, ob die Nummer zu Ihrem Unternehmen gehört. Sie muss im E.164-Format, also mit +49 vorn und ohne Leerzeichen, im Quellcode Ihrer Website stehen, oder Ihre Domain ist über die Google Search Console bestätigt. Sonst lehnt Google die Anzeige wegen „Nicht bestätigte Telefonnummer“ ab.

Nutzt Ihre Website wechselnde Nummern eines Anbieters für Anruf-Tracking, scheitert die automatische Prüfung. Dann hilft nur der Nachweis der Domain, empfohlen ist die Verknüpfung der Search Console mit Google Ads. Das Google-Tag reicht nur direkt im Quellcode, über den Tag Manager bestätigt es die Domain nicht.

Danach das Anruf-Asset einmal bearbeiten und speichern, damit Google es neu prüft.

Weiterleitungsnummern gehören Google. Mit Anrufberichten zeigt die Anzeige eine Google-Weiterleitungsnummer statt Ihrer eigenen. Sie kann jederzeit geändert oder neu vergeben werden, deshalb erlaubt Google sie nur für Anrufberichte und das Anruf-Tracking über die Website. In den Quellcode Ihrer Website, ins Impressum, auf Fahrzeug und Briefbogen gehört Ihre eigene Nummer. Nur Besuchern aus Anzeigen zeigt ein Google-Skript im Browser die Weiterleitungsnummer.

Checkliste für den Umstieg

  1. Unternehmensname im Konto oder in der Kampagne hinterlegt.
  2. Anruf-Asset mit einer Nummer angelegt, die Google bestätigen kann.
  3. Asset an die responsive Suchanzeigen der bisherigen Anrufanzeigengruppen gehängt.
  4. Zeitplan im Asset auf die Zeiten gesetzt, in denen jemand abnimmt.
  5. Anrufberichte aktiv, „Anrufe über Anzeigen“ primär mit 60 Sekunden Mindestdauer, „Anruf-Leads“ im Zielvorhaben der Kampagne.
  6. Anrufanzeige erst entfernt, wenn die neue Anzeige ausgeliefert wird.
  7. Mindestdauer an den Anrufberichten nachgestellt, sobald der Ausgang der ersten Anrufe bekannt ist.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Konto nach der Umstellung echte Gespräche zählt, sehen wir uns das im kostenlosen Erstgespräch an. Wie wir Konten betreuen, steht auf der Seite Google Ads Agentur.

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Transparenzhinweis

  • Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
  • Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf. Wir betreuen Google-Ads-Konten für Unternehmen.
  • Datenstand: 3. November 2026. Wir prüfen den Artikel spätestens am 3. Februar 2027 und früher, wenn Google die Hilfe zu Anrufanzeigen oder Anrufberichten ändert.
  • Quellen: Hilfeseiten von Google Ads, dazu drei deutschsprachige Ratgeber von Agenturen zum Abgleich. Zahlen aus unseren Kundenkonten stehen nicht im Artikel.

Quellen

  1. Google Ads-Hilfe: Anrufanzeigen, abgerufen 03.11.2026
  2. Google Ads-Hilfe: Anrufanzeigen auf Anruf-Assets umstellen, abgerufen 03.11.2026
  3. Google Ads-Hilfe: Anruf-Assets, abgerufen 03.11.2026
  4. Google Ads-Hilfe: Anrufberichte, abgerufen 03.11.2026
  5. Google Ads-Hilfe: Anrufe über Anzeigen erfassen, abgerufen 03.11.2026
  6. Google Ads-Hilfe: Anrufe bei einer Telefonnummer auf einer Website erfassen, abgerufen 03.11.2026
  7. Google Ads-Hilfe: Anruf-Conversion-Tracking, abgerufen 03.11.2026
  8. Google Ads-Hilfe: Anruf-Leads als Zielvorhaben der Kampagne auswählen, abgerufen 03.11.2026
  9. Google Ads-Hilfe: Werbezeitplanung, abgerufen 03.11.2026
  10. netkin: Maximal mehr Anrufe mit Google Ads, 2023, abgerufen 03.11.2026
  11. 5U Website: Google Ads Anrufanzeigen, 20.06.2026
  12. Digital030: Anrufe aus Google-Anzeigen zählen, 13.10.2026

Häufige Fragen

Aufgezeichnet wird ein Gespräch derzeit nur, wenn beide Gesprächspartner in den USA oder Kanada sind. Nur dann bewertet eine KI den Inhalt. Bei Anrufen in Deutschland erfasst Google mit Anrufberichten Dauer und Uhrzeit, ab 15 Sekunden auch die Nummer des Anrufers. Gezählt wird nach Ihrer Mindestdauer.

Nein. Ein Klick auf das Anruf-Asset kostet so viel wie ein Klick auf den Anzeigentitel. Wählt jemand die Google-Weiterleitungsnummer aus der Anzeige von Hand, entstehen Ihnen laut Google keine Kosten.

Eine 0900-Nummer nicht: Die Länderliste der Google-Hilfe nennt für Deutschland als zulässige kostenpflichtige Servicenummer nur 0180, dann mit einem Hinweis auf mögliche Zusatzkosten. Vanity-Nummern, Sonderrufnummern und Faxnummern lässt Google als Anruf-Asset laut derselben Seite nicht zu.

Bis Februar 2027 laufen sie weiter, danach erzielen sie laut Google keine Impressionen mehr. Ab dann kommen aus diesen Anzeigengruppen keine Anrufe mehr, bis dort eine Suchanzeige mit Anruf-Asset läuft.

Mit der Conversion-Aktion „Anrufe über Websitebesuche“. Für Besucher, die über Ihre Anzeige kommen, ersetzt ein Telefon-Snippet mit dem Google-Tag Ihre Nummer im Browser durch eine Google-Weiterleitungsnummer. Im Quellcode bleibt Ihre eigene Nummer stehen. Auch hier zählt ein Anruf erst ab Ihrer Mindestdauer.

Über den Autor

Benjamin Pusch

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Pixelgrafik: Drei Karten in Blau, Gelb und Grün führen über eine gestrichelte Linie zu einer Trefferliste, in der ein Mauszeiger den obersten, hervorgehobenen Eintrag anklickt; daneben ein lächelnder Briefumschlag mit grünem Häkchen und zwei kleinere Briefe.

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Benjamin Pusch

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Pixelgrafik: Ein goldener Trichter mit Gitter an der weiten Öffnung und lächelndem Gesicht steht in der Mitte, links davor drei Mauszeiger und drei kleine graue Kugeln, die am Gitter abgewiesen werden, rechts eine Trefferliste mit Mauszeiger und ein Brief mit grünem Häkchen, von dem eine gestrichelte Linie mit gelben Päckchen zurück zur Lupe links unten führt.

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