Zuerst ins eigene Konto: wer gegen Sie bietet
Welche Anbieter tatsächlich in denselben Auktionen auftreten wie Sie, zeigt nur Ihr eigenes Konto. Der Bericht heißt „Auktionsdaten“ und steht für Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen bereit.
Sie finden ihn unter „Kampagnen“: Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords markieren, dann „Auktionsdaten“ wählen. Für jeden Mitbewerber sehen Sie, wie oft seine Anzeige gemeinsam mit Ihrer erschien und, bei Suchkampagnen, wie oft sie über Ihrer stand. Die Daten stammen aus den Auktionen selbst. Wie Anzeigenrang und Anteil an möglichen Impressionen zusammenhängen, erklärt der Artikel zur Google-Ads-Auktion.
Unter 10 % kein Bericht. Google zeigt die Auktionsdaten nicht an, wenn Ihr Anteil an möglichen Impressionen unter 10 % liegt. Gemeint ist der Anteil der Einblendungen, die Sie bekommen haben, an denen, die Sie laut Google hätten bekommen können.
Dazu braucht der Bericht eine Mindestzahl an Aktivität im gewählten Zeitraum. Bei kleinen Budgets kann der Bericht deshalb leer bleiben. Dann bleiben die Bibliotheken und die eigene Suche.
Die kostenlosen Bibliotheken: Google, Meta, LinkedIn
Die Anzeigen selbst sehen Sie in den öffentlichen Bibliotheken der Plattformen, ohne Werbekonto. Für Anzeigen in der EU zeigen alle drei mehr als anderswo.
| Quelle | Was Sie sehen | In der EU zusätzlich |
|---|---|---|
| Auktionsdaten im eigenen Konto | Mitbewerber in Ihren Auktionen, wie oft sie mit Ihnen erschienen und (bei Suchkampagnen) über Ihnen standen | |
| Google Ads Transparency Center | Anzeigen auf Suche, Display, Gmail und YouTube, Suche nach Werbetreibendem oder Website, Filter nach Datum und Region | Informationen zum Targeting, Zahl der Nutzer, die eine Anzeige gesehen haben, Gegenstand der Anzeige |
| Meta-Werbebibliothek | alle aktuell laufenden Anzeigen auf den Diensten von Meta, Suche nach Stichwort oder Werbetreibendem | alle Anzeigen, die im letzten Jahr irgendwo in der EU liefen |
| LinkedIn-Anzeigenbibliothek | Anzeigen nach dem 1. Juni 2023 mit Vorschau und Format, Suche nach Unternehmen, Keyword, Land und Zeitraum | Spanne der Impressionen, Targeting-Parameter |
Was in keiner Zeile steht: Budget und Suchbegriffe. Googles Hilfe zum Transparency Center zählt beides nicht zu den offengelegten Angaben. Die Zusatzangaben für Europa gelten laut Google für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Türkei.
Nach der Website suchen. Das Transparency Center findet Werbetreibende über ihren Namen oder ihre Website. Angezeigt wird bei bestätigten Werbetreibenden der rechtsgültige Name oder der Markenname, sonst der Name aus dem Zahlungsprofil. Das kann ein Firmenname sein, unter dem Sie den Wettbewerber nicht suchen würden. Unsere Einschätzung: Mit der Website treffen Sie den richtigen Werbetreibenden eher als mit dem Markennamen.
Meta zeigt eine neue Anzeige laut eigener Angabe binnen 24 Stunden nach der ersten Einblendung in der Bibliothek. Bei LinkedIn bleibt eine Anzeige ein Jahr nach ihrer letzten Impression abrufbar.
Budget und Keywords: was kein Werkzeug verlässlich verrät
Wie viel ein Wettbewerber ausgibt und auf welche Suchbegriffe er bietet, veröffentlicht Google nicht. Für Wahlwerbung legt Google in bestimmten Regionen mehr offen, im Transparenzbericht zu politischer Werbung. Ausgabenberichte gibt es in der Meta-Werbebibliothek nur für Anzeigen zu Politik, Wahlen und gesellschaftlichen Themen.
Unsere Einschätzung: Zahlen, die kostenpflichtige Werkzeuge zur Wettbewerbsanalyse dazu zeigen, können nur Schätzungen sein, denn ihre Grundlage veröffentlicht Google nicht. Als Liste von Keyword-Ideen können solche Werkzeuge helfen. Ein Budget leiten wir daraus nicht ab.
Unsere Erfahrung mit automatischen Zählungen. Für eine Marktübersicht ließen wir das Transparency Center automatisch abfragen. Ergebnis: Keiner von zehn Wettbewerbern schalte Anzeigen. Das stimmte nicht. Seitdem nennen wir in Marktübersichten eine Anzahl werbender Wettbewerber nur, wenn ein Mensch sie im Transparency Center oder in einer echten Google-Suche selbst geprüft hat.
Auch die eigene Suche hat Grenzen. Sie zeigt, wer in diesem Moment an Ihrem Standort und auf Ihrem Gerät erscheint. Eine vollständige Liste der Werbenden ergibt sich daraus nicht.
Was Sie daraus ableiten und was nicht
Aus den Anzeigen der Konkurrenz lesen Sie Botschaft, Angebot, Region und Format ab. Halten Sie je Wettbewerber fünf Punkte fest:
- Botschaft: Womit wirbt er in der ersten Zeile, mit Preis, Tempo, Erfahrung oder Sicherheit?
- Angebot: Was bekommt der Kunde konkret, etwa ein Erstgespräch, eine Probe oder ein Angebot binnen 24 Stunden?
- Region: Wo laufen die Anzeigen laut Filter?
- Format: Nur Suche, auch YouTube und Display, auch Meta oder LinkedIn?
- Seit wann: Seit wann läuft die Anzeige, soweit die Bibliothek ein Datum zeigt?
Was Sie nicht ableiten sollten. Wer oben steht, bietet nicht zwingend am meisten. Warum, erklärt der Artikel zur Google-Ads-Auktion.
Dass eine Anzeige seit Monaten läuft, beweist ebenfalls keinen Erfolg. Unsere Einschätzung: Eine Anzeige kann ebenso lange laufen, weil niemand sie prüft.
Der Einwand, Konkurrenzanalyse sei Zeitverschwendung, stimmt, wenn keine Entscheidung daran hängt. Gehen Sie deshalb mit einer Frage hinein, etwa: Womit setzen wir uns in der ersten Anzeigenzeile ab?
Der Ablauf in vier Schritten.
- Auktionsdaten der letzten 30 Tage öffnen, die drei bis fünf häufigsten Mitbewerber notieren. Kein Bericht: die Anbieter aus Ihrer eigenen Suche nehmen.
- Jeden im Transparency Center über seine Website suchen, Region Deutschland, letzte 30 Tage.
- Dieselben Namen in der Meta- und der LinkedIn-Bibliothek prüfen.
- Je Wettbewerber die fünf Punkte festhalten und eine Entscheidung für die eigenen Anzeigen treffen.
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Transparenzhinweis
- Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
- Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf und betreut Google-Ads-Konten. An den genannten Bibliotheken verdienen wir nichts.
- Datenstand: 3. November 2026. Wir prüfen den Artikel spätestens am 3. Februar 2027 und früher, wenn Google, Meta oder LinkedIn ihre Bibliotheken ändern.
- Quellen: Hilfeseiten von Google und LinkedIn, die Startseite der Meta-Werbebibliothek, eine eigene Erfahrung aus einer Marktübersicht.
Quellen
- Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe: Transparenz bei Anzeigen, abgerufen am 03.11.2026
- Google Ads-Hilfe: Leistung mithilfe von Auktionsdaten vergleichen, abgerufen am 03.11.2026
- Google Ads-Hilfe: Ungültige Klicks: Definition, abgerufen am 03.11.2026
- Meta: Werbebibliothek (Ad Library), abgerufen am 03.11.2026
- LinkedIn-Hilfe: LinkedIn Anzeigenbibliothek, abgerufen am 03.11.2026




