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Anzeigen der Konkurrenz sehen: Was die kostenlosen Quellen zeigen und was nicht

Anzeigen der Konkurrenz sehen: Was die kostenlosen Quellen zeigen und was nicht

05.11.2026

7 Min. Lesezeit

Pixelgrafik: Eine rote Lupe liegt über einer weißen Trefferliste mit Anzeigen, links eine Webseite, rechts eine graue Münze mit blauem Fragezeichen statt Eurozeichen und drei graue Kärtchen mit Fragezeichen.

Die Anzeigen Ihrer Konkurrenz sehen Sie kostenlos im Google Ads Transparency Center, in der Werbebibliothek von Meta und in der Anzeigenbibliothek von LinkedIn. Wer in Ihren Auktionen gegen Sie bietet, zeigt Ihr eigenes Google-Ads-Konto. Budget und Suchbegriffe der Konkurrenz stehen in keiner dieser Quellen.

Sie sehen also Anzeigen, nicht deren Erfolg. Ablesen lässt sich, mit welcher Botschaft, welchem Angebot und in welcher Region andere werben. Das reicht, um die eigenen Anzeigen bewusst abzusetzen. Für die Planung Ihres Budgets taugt es nicht.

Zuerst ins eigene Konto: wer gegen Sie bietet

Welche Anbieter tatsächlich in denselben Auktionen auftreten wie Sie, zeigt nur Ihr eigenes Konto. Der Bericht heißt „Auktionsdaten“ und steht für Such-, Shopping- und Performance-Max-Kampagnen bereit.

Sie finden ihn unter „Kampagnen“: Kampagnen, Anzeigengruppen oder Keywords markieren, dann „Auktionsdaten“ wählen. Für jeden Mitbewerber sehen Sie, wie oft seine Anzeige gemeinsam mit Ihrer erschien und, bei Suchkampagnen, wie oft sie über Ihrer stand. Die Daten stammen aus den Auktionen selbst. Wie Anzeigenrang und Anteil an möglichen Impressionen zusammenhängen, erklärt der Artikel zur Google-Ads-Auktion.

Unter 10 % kein Bericht. Google zeigt die Auktionsdaten nicht an, wenn Ihr Anteil an möglichen Impressionen unter 10 % liegt. Gemeint ist der Anteil der Einblendungen, die Sie bekommen haben, an denen, die Sie laut Google hätten bekommen können.

Dazu braucht der Bericht eine Mindestzahl an Aktivität im gewählten Zeitraum. Bei kleinen Budgets kann der Bericht deshalb leer bleiben. Dann bleiben die Bibliotheken und die eigene Suche.

Die kostenlosen Bibliotheken: Google, Meta, LinkedIn

Die Anzeigen selbst sehen Sie in den öffentlichen Bibliotheken der Plattformen, ohne Werbekonto. Für Anzeigen in der EU zeigen alle drei mehr als anderswo.

QuelleWas Sie sehenIn der EU zusätzlich
Auktionsdaten im eigenen KontoMitbewerber in Ihren Auktionen, wie oft sie mit Ihnen erschienen und (bei Suchkampagnen) über Ihnen standen
Google Ads Transparency CenterAnzeigen auf Suche, Display, Gmail und YouTube, Suche nach Werbetreibendem oder Website, Filter nach Datum und RegionInformationen zum Targeting, Zahl der Nutzer, die eine Anzeige gesehen haben, Gegenstand der Anzeige
Meta-Werbebibliothekalle aktuell laufenden Anzeigen auf den Diensten von Meta, Suche nach Stichwort oder Werbetreibendemalle Anzeigen, die im letzten Jahr irgendwo in der EU liefen
LinkedIn-AnzeigenbibliothekAnzeigen nach dem 1. Juni 2023 mit Vorschau und Format, Suche nach Unternehmen, Keyword, Land und ZeitraumSpanne der Impressionen, Targeting-Parameter

Was in keiner Zeile steht: Budget und Suchbegriffe. Googles Hilfe zum Transparency Center zählt beides nicht zu den offengelegten Angaben. Die Zusatzangaben für Europa gelten laut Google für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Türkei.

Nach der Website suchen. Das Transparency Center findet Werbetreibende über ihren Namen oder ihre Website. Angezeigt wird bei bestätigten Werbetreibenden der rechtsgültige Name oder der Markenname, sonst der Name aus dem Zahlungsprofil. Das kann ein Firmenname sein, unter dem Sie den Wettbewerber nicht suchen würden. Unsere Einschätzung: Mit der Website treffen Sie den richtigen Werbetreibenden eher als mit dem Markennamen.

Meta zeigt eine neue Anzeige laut eigener Angabe binnen 24 Stunden nach der ersten Einblendung in der Bibliothek. Bei LinkedIn bleibt eine Anzeige ein Jahr nach ihrer letzten Impression abrufbar.

Budget und Keywords: was kein Werkzeug verlässlich verrät

Wie viel ein Wettbewerber ausgibt und auf welche Suchbegriffe er bietet, veröffentlicht Google nicht. Für Wahlwerbung legt Google in bestimmten Regionen mehr offen, im Transparenzbericht zu politischer Werbung. Ausgabenberichte gibt es in der Meta-Werbebibliothek nur für Anzeigen zu Politik, Wahlen und gesellschaftlichen Themen.

Unsere Einschätzung: Zahlen, die kostenpflichtige Werkzeuge zur Wettbewerbsanalyse dazu zeigen, können nur Schätzungen sein, denn ihre Grundlage veröffentlicht Google nicht. Als Liste von Keyword-Ideen können solche Werkzeuge helfen. Ein Budget leiten wir daraus nicht ab.

Unsere Erfahrung mit automatischen Zählungen. Für eine Marktübersicht ließen wir das Transparency Center automatisch abfragen. Ergebnis: Keiner von zehn Wettbewerbern schalte Anzeigen. Das stimmte nicht. Seitdem nennen wir in Marktübersichten eine Anzahl werbender Wettbewerber nur, wenn ein Mensch sie im Transparency Center oder in einer echten Google-Suche selbst geprüft hat.

Auch die eigene Suche hat Grenzen. Sie zeigt, wer in diesem Moment an Ihrem Standort und auf Ihrem Gerät erscheint. Eine vollständige Liste der Werbenden ergibt sich daraus nicht.

Was Sie daraus ableiten und was nicht

Aus den Anzeigen der Konkurrenz lesen Sie Botschaft, Angebot, Region und Format ab. Halten Sie je Wettbewerber fünf Punkte fest:

  • Botschaft: Womit wirbt er in der ersten Zeile, mit Preis, Tempo, Erfahrung oder Sicherheit?
  • Angebot: Was bekommt der Kunde konkret, etwa ein Erstgespräch, eine Probe oder ein Angebot binnen 24 Stunden?
  • Region: Wo laufen die Anzeigen laut Filter?
  • Format: Nur Suche, auch YouTube und Display, auch Meta oder LinkedIn?
  • Seit wann: Seit wann läuft die Anzeige, soweit die Bibliothek ein Datum zeigt?

Was Sie nicht ableiten sollten. Wer oben steht, bietet nicht zwingend am meisten. Warum, erklärt der Artikel zur Google-Ads-Auktion.

Dass eine Anzeige seit Monaten läuft, beweist ebenfalls keinen Erfolg. Unsere Einschätzung: Eine Anzeige kann ebenso lange laufen, weil niemand sie prüft.

Der Einwand, Konkurrenzanalyse sei Zeitverschwendung, stimmt, wenn keine Entscheidung daran hängt. Gehen Sie deshalb mit einer Frage hinein, etwa: Womit setzen wir uns in der ersten Anzeigenzeile ab?

Der Ablauf in vier Schritten.

  1. Auktionsdaten der letzten 30 Tage öffnen, die drei bis fünf häufigsten Mitbewerber notieren. Kein Bericht: die Anbieter aus Ihrer eigenen Suche nehmen.
  2. Jeden im Transparency Center über seine Website suchen, Region Deutschland, letzte 30 Tage.
  3. Dieselben Namen in der Meta- und der LinkedIn-Bibliothek prüfen.
  4. Je Wettbewerber die fünf Punkte festhalten und eine Entscheidung für die eigenen Anzeigen treffen.

Wie Google Ads von der Suche bis zur Anfrage zusammenhängt, steht im Überblick Wie funktioniert Google Ads?. Läuft Ihr Konto schon, prüfen wir es kostenlos und Sie bekommen eine schriftliche Liste der wichtigsten Hebel. Mehr dazu bei unserer Google Ads Agentur.

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Transparenzhinweis

  • Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
  • Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf und betreut Google-Ads-Konten. An den genannten Bibliotheken verdienen wir nichts.
  • Datenstand: 3. November 2026. Wir prüfen den Artikel spätestens am 3. Februar 2027 und früher, wenn Google, Meta oder LinkedIn ihre Bibliotheken ändern.
  • Quellen: Hilfeseiten von Google und LinkedIn, die Startseite der Meta-Werbebibliothek, eine eigene Erfahrung aus einer Marktübersicht.

Quellen

  1. Google Ads-Werberichtlinien-Hilfe: Transparenz bei Anzeigen, abgerufen am 03.11.2026
  2. Google Ads-Hilfe: Leistung mithilfe von Auktionsdaten vergleichen, abgerufen am 03.11.2026
  3. Google Ads-Hilfe: Ungültige Klicks: Definition, abgerufen am 03.11.2026
  4. Meta: Werbebibliothek (Ad Library), abgerufen am 03.11.2026
  5. LinkedIn-Hilfe: LinkedIn Anzeigenbibliothek, abgerufen am 03.11.2026

Häufige Fragen

Nein, Google veröffentlicht die Ausgaben einzelner Werbetreibender nicht, auch nicht im Transparency Center. Mehr legt Google nur für Wahlwerbung in bestimmten Regionen offen, im Transparenzbericht zu politischer Werbung. Ausgabenberichte gibt es bei Meta nur für Anzeigen zu Politik, Wahlen und gesellschaftlichen Themen. Jede Budgetzahl in einem Werkzeug ist deshalb eine Schätzung.

Das zeigt keine Google-Quelle. Die Auktionsdaten nennen nur, wer in Ihren eigenen Auktionen mitbietet, das Transparency Center zeigt Anzeigen ohne Suchbegriffe. Hinweise geben die Anzeigentexte selbst und Ihre eigene Suche nach den wichtigsten Begriffen in Ihrer Region.

Für Anzeigen im Europäischen Wirtschaftsraum bietet Google Zugriff über eine Schnittstelle (API), es gelten die Nutzungsbedingungen des Transparency Center. Auch Meta bietet eine Schnittstelle zur Werbebibliothek an. Für einen Blick auf drei, vier Wettbewerber reicht die Suche im Browser.

Nötig ist es nicht, die Anzeigen sehen Sie in den Bibliotheken. Manuelle Klicks, die die Werbekosten eines anderen erhöhen sollen, wertet Google als ungültige Klicks und versucht, sie herauszufiltern.

Unsere Einschätzung: Als Liste von Keyword-Ideen kann ein Werkzeug helfen. Werte zu Keywords und Ausgaben der Konkurrenz können solche Werkzeuge nur schätzen, weil Google sie nicht veröffentlicht. Prüfen Sie zuerst, ob die kostenlosen Quellen Ihre Frage schon beantworten.

Über den Autor

Benjamin Pusch

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Geschäftsführer

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Benjamin Pusch

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Benjamin Pusch

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Benjamin Pusch

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