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Dynamische Suchanzeigen im B2B: Wofür sie taugen und was sich mit AI Max ändert

Dynamische Suchanzeigen im B2B: Wofür sie taugen und was sich mit AI Max ändert

06.11.2026

8 Min. Lesezeit

Pixelgrafik: Eine rote Lupe mit Gesicht steht zwischen einem Browserfenster mit einer Website links und einer Trefferliste mit grünem Häkchen am obersten Treffer rechts, gestrichelte Linien verbinden die drei.

Unsere Antwort, Stand November 2026: Für Lead-Kampagnen im Mittelstand raten wir von neuen dynamischen Suchanzeigen ab und ebenso von AI Max, auf das Google sie ab Februar 2027 umstellt. Richtig ist ein manuelles Setup mit fest gewählten Keywords.

Dynamische Suchanzeigen kommen ohne Keywords aus: Google liest Ihre Website und wählt selbst die Suchen. Laut Google sind sie „ideal für Werbetreibende mit einer umfangreichen Website oder großem Inventar“, eine B2B-Website mit einer Handvoll Leistungsseiten ist das nicht.

Wer dynamische Suchanzeigen schon nutzt, übernimmt vor der Umstellung die guten Suchbegriffe als feste Keywords und pausiert die Kampagne, statt sie auf AI Max laufen zu lassen.

So funktionieren dynamische Suchanzeigen

Dynamische Suchanzeigen (DSA) ersetzen Keywords durch Ihre Website. Google gleicht Titel und häufige Wortgruppen Ihrer Seiten mit den Suchanfragen ab, wählt daraus eine Landingpage und erzeugt einen passenden Anzeigentitel. Sie schreiben nur die Textzeile.

Das wichtigste Signal für den Anzeigentitel ist laut Google der HTML-Titel der Seite. Wie der ausgelieferte Titel genau lautet, lässt sich nicht vorhersagen. Für den Text Ihrer Anzeige sind trotzdem Sie verantwortlich.

MerkmalResponsive SuchanzeigeDynamische Suchanzeige
Wer wählt die Suchen?Sie, über KeywordsGoogle, über den Inhalt Ihrer Seiten
Anzeigentitelschreiben Sieerzeugt Google aus Seite und Suche
Landingpagelegen Sie festwählt Google aus den erlaubten Seiten
Womit Sie steuernKeywords, Keyword-Optionen, AusschlüsseZiele, ausgeschlossene Seiten, ausschließende Keywords

Ziele. Welche Seiten Google nutzen darf, legen Sie über dynamische Anzeigenziele fest: einzelne URLs („URL stimmt überein mit“), URLs mit einer bestimmten Zeichenfolge („URL enthält“), von Google gebildete Kategorien oder einen Seitenfeed, also eine hochgeladene Liste von URLs mit Labels. Wie Keywords und Keyword-Optionen in normalen Suchkampagnen funktionieren, steht in unserem Artikel zu Google-Suchanzeigen.

Warum wir DSA im B2B kaum für Anfragen einsetzen

DSA leiten Suchen aus Ihren Seiten ab. Unsere Einschätzung: Je weniger Seiten und je breiter deren Themen, desto mehr Suchen kauft Google, die nicht nach einem Anbieter fragen.

Was Google selbst schreibt. Die Google-Hilfe nennt DSA „ideal für Werbetreibende mit einer umfangreichen Website oder großem Inventar“. Sie funktionieren dort am besten, wo Seiten aussagekräftige HTML-Titel und klar formulierte Inhalte haben. Bei täglich wechselnden Angeboten rät Google ab.

Was Ratgeber versprechen. Ein Agenturratgeber von 2020 nennt als Vorteil, man brauche „weder vorher eine ausführliche Keyword-Recherche“. Ein anderer fragt, warum DSA „in jedes Google Ads Konto“ gehören. Unsere Einschätzung ist eine andere: Im B2B sind dynamische Suchanzeigen selbst eine Keyword-Recherche, nur eine bezahlte.

Unsere Erfahrung. Diese Einschätzung haben wir 2024 einem B2B-Kunden geschrieben, als ein anderer Anbieter ihm DSA vorschlug. In unseren Tests kam überwiegend unpassender Verkehr.

Wann DSA doch Anfragen bringen können. Unser Schluss aus der Google-Hilfe und unseren Konten: Drei Fragen entscheiden, ob Ihre Website dafür taugt.

  1. Haben Sie viele Produkt- oder Leistungsseiten mit eigenem Thema, etwa einen Katalog als Zulieferer?
  2. Sagt jeder Seitentitel, was der Besucher dort kaufen oder anfragen kann?
  3. Messen Sie qualifizierte Anfragen, nicht nur abgeschickte Formulare?

Dreimal ja: Dann kann eine bestehende DSA-Kampagne bis zur Umstellung auch Anfragen bringen. Sonst nutzen Sie sie als Radar. Eine neue Kampagne nur für einen Test lohnt sich nicht mehr.

DSA als Suchbegriff-Radar: so nutzen Sie eine bestehende Kampagne bis Februar 2027

Die Prüfliste gilt für Kampagnen, die schon laufen. Als Radar ist eine DSA-Kampagne eine eigene, kleine Kampagne, deren Aufgabe das Finden ist. Was sie an guten Suchbegriffen findet, übernehmen Sie in die Keyword-Kampagnen, was nicht passt, schließen Sie aus.

  1. Eigene Kampagne: getrennt von den Keyword-Kampagnen, mit eigenem, kleinem Budget. So sehen Sie, was der Radar kostet.
  2. Enges Ziel: einzelne Leistungsseiten per „URL stimmt überein mit“ oder ein Seitenfeed, nicht die ganze Website.
  3. Seiten ausschließen: Karriere und Stellenanzeigen, Impressum, Datenschutz und Blogbeiträge, die keine Anfrage auslösen sollen.
  4. Marke ausschließen: Läuft eine eigene Markenkampagne, kommt Ihr Firmenname als ausschließendes Keyword in die DSA-Kampagne. Sonst bezahlt der Radar Suchen, die Sie längst haben. Für diesen Artikel haben wir unsere betreuten Suchkonten über zwölf Monate bis Oktober 2026 ausgewertet: Nur ein Konto nutzte DSA, und dort fiel der größte Teil der Kosten der teuersten Suchbegriffe auf eigene Markenbegriffe. Ein Einzelfall.
  5. Jede Woche ernten: den Bericht zu Suchbegriffen lesen. Gute Begriffe werden Keywords in der passenden Anzeigengruppe, unpassende kommen auf die Ausschlussliste.

Welche Ausschlüsse sich in B2B-Konten bewährt haben, zeigt der Abschnitt zu unpassenden Anfragen in unserem Artikel zu Google Ads im B2B.

Wo der Radar blind ist. Einen Suchbegriff, den Sie nicht vorhersehen, schließen Sie erst aus, wenn er im Bericht auftaucht. Klicks bis dahin sind bezahlt. Suchbegriffe, für die zu wenige Suchanfragen erfasst wurden, zeigt Google aus Datenschutzgründen nicht im Bericht zu Suchbegriffen.

Neu anlegen lohnt sich eine DSA-Kampagne nicht mehr: Ab Februar 2027 stellt Google sie auf AI Max um und entfernt die Möglichkeit, dynamische Anzeigengruppen zu erstellen. Eine neue Kampagne würde nach wenigen Wochen umgestellt.

Februar 2027: Was die Umstellung auf AI Max ändert

Laut Google-Entwicklerblog beginnt im Februar 2027 die automatische Umstellung. In allen DSA-Kampagnen, die bis dahin nicht umgestellt sind, werden die dynamischen Anzeigengruppen zu Standardanzeigengruppen, AI Max wird eingeschaltet. Hinweise im Konto hat Google ab September 2026 angekündigt, für den 15. Januar 2027 eine Erinnerung an alle betroffenen Konten.

Was beim Umstellen passiert, laut Google-Hilfe:

MerkmalMit DSANach der Umstellung
Anzeigengruppedynamische AnzeigengruppeStandardanzeigengruppe
Anzeigedynamische Suchanzeigeresponsive Suchanzeige, die Mindestzahl an Texten erzeugt Google per Textanpassung
ZieleURL, Kategorien, Seitenfeednicht unterstützte Ziele werden schreibgeschützt
Regeln wie „Seitentitel enthält“anlegen und ändernschreibgeschützt, nur noch entfernen
Übergangentfälltalte Anzeigen laufen weiter, bis die neuen geprüft und aktiv sind

Was AI Max anders macht. AI Max erweitert Ihre Keywords um weitgehend passende Treffer und um Suchen ohne Keyword, schreibt Anzeigentexte mit und darf auf andere Seiten Ihrer Domain verlinken.

Was das für den Radar heißt. Suchanfragen-Abgleich, Erweiterung der finalen URL und Textanpassung brauchen laut Google-Hilfe Smart Bidding auf Conversions, damit sie effektiv funktionieren. Außerdem ist AI Max laut Google „nicht effektiv, wenn Kampagnen durch das Budget eingeschränkt sind“. Unser Schluss: Ein kleiner Radar, der Suchbegriffe statt Anfragen sucht, passt dazu doppelt schlecht.

Unsere Empfehlung. Den Radar nicht als AI-Max-Kampagne weiterlaufen lassen: gute Suchbegriffe vor Februar 2027 als feste Keywords übernehmen, dann die DSA-Kampagne pausieren. Neue Begriffe liefern danach der Bericht zu Suchbegriffen Ihrer Keyword-Kampagnen und Ihr Vertrieb.

Vor der Umstellung sichern:

  1. Suchbegriffe der letzten Monate exportieren.
  2. Ziele, Ausschlüsse und Regeln dokumentieren. Nach der Umstellung lassen sich alte Regeln nicht mehr ändern.
  3. Gute Suchbegriffe schon jetzt als Keywords in die Keyword-Kampagnen übernehmen.
  4. Selbst entscheiden statt warten: vor Februar 2027 pausieren, nicht die automatische Umstellung abwarten.
  5. Wer umstellt, prüft die Tracking-Vorlagen: Mit der Erweiterung der finalen URL können laut Google sonst Landingpages mit 404-Fehler entstehen.

Was Sie jetzt tun

Unser Fazit: Für Lead-Kampagnen im Mittelstand raten wir von einer neuen DSA-Kampagne und von AI Max ab. Richtig ist ein manuelles Setup mit fest gewählten Keywords. Dann entscheiden Sie, für welche Suchen Sie bezahlen.

  • Sie haben keine DSA: Legen Sie keine an. Suchkampagnen mit fest gewählten Keywords und Ausschlüssen bleiben die Grundlage.
  • Sie nutzen DSA als Radar: Prüfliste oben abarbeiten, gute Suchbegriffe als Keywords übernehmen und die Kampagne vor Februar 2027 pausieren.
  • Sie nutzen DSA für Anfragen: Erst prüfen, ob Sie qualifizierte Anfragen messen. Wie Sie die Qualität einer Anfrage aus dem CRM an Google zurückmelden, zeigt unser Artikel zum Conversion-Tracking in Google Ads. Vor der Umstellung gilt dasselbe wie beim Radar: Suchbegriffe sichern, dann pausieren.

Sie möchten wissen, was Ihre DSA-Kampagne einkauft und was nach der Umstellung passieren sollte? Das klären wir im Erstgespräch, unsere Google Ads Agentur stellt sich dort vor.

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Transparenzhinweis

  • Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
  • Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf und betreut Google-Ads-Konten von B2B-Firmen. Unsere Haltung zu dynamischen Suchanzeigen und AI Max stammt aus dieser Arbeit.
  • Datenstand: 3. November 2026. Google hat den Termin für die Umstellung auf AI Max bereits einmal verschoben. Wir prüfen den Artikel spätestens am 1. Februar 2027.
  • Quellen: Google-Ads-Hilfe und Google-Entwicklerblog, zwei Agenturratgeber, eine Kundenmail von 2024, eine Auswertung unserer betreuten Konten. Die Hilfeseiten von Google sind teils maschinell übersetzt.

Quellen

  1. Google-Ads-Hilfe: Dynamische Suchanzeigen, abgerufen am 03.11.2026
  2. Google Ads Developer Blog: Migrate Campaign-level Broad Match and Automatically Created Assets to AI Max, 12.08.2026
  3. Google-Ads-Hilfe: AI Max in Google Ads einrichten, Abschnitt „Von dynamischen Suchanzeigen auf AI Max umstellen“, abgerufen am 03.11.2026
  4. Google-Ads-Hilfe: Funktionsweise von AI Max für Suchkampagnen, abgerufen am 03.11.2026
  5. Google-Ads-Hilfe: Responsive Suchanzeigen, abgerufen am 03.11.2026
  6. Google-Ads-Hilfe: Bericht zu Suchbegriffen, abgerufen am 03.11.2026
  7. ZweiDigital: Google Ads dynamische Suchanzeigen, 04.03.2020
  8. njoy online marketing: Dynamic Search Ads mit Google Ads, abgerufen am 03.11.2026

Häufige Fragen

DSA steht für Dynamic Search Ads, auf Deutsch dynamische Suchanzeigen. Die Kampagne kommt ohne Keywords aus: Google gleicht Suchanfragen mit den Inhalten Ihrer Website ab, wählt die Landingpage und schreibt den Anzeigentitel. Sie geben nur die Textzeile vor und legen fest, welche Seiten Google nutzen darf.

Responsive Suchanzeigen hängen an Ihren Keywords, Titel und Texte schreiben Sie selbst. Dynamische Suchanzeigen richten sich nach den Seiten Ihrer Website, den Titel erzeugt Google. Bei der Umstellung auf AI Max werden aus dynamischen Suchanzeigen responsive Suchanzeigen.

Laut Google-Entwicklerblog werden im Februar 2027 alle noch nicht umgestellten DSA-Kampagnen automatisch auf Standardanzeigengruppen mit AI Max umgestellt. Neue dynamische Anzeigengruppen lassen sich dann nicht mehr anlegen. Freiwillig umstellen können Sie schon jetzt in den Kampagneneinstellungen.

DSA wählen Suchen nur anhand Ihrer Website. AI Max erweitert eine Suchkampagne mit Keywords um weitgehend passende Treffer und Suchen ohne Keyword, schreibt Texte mit und kann auf andere Seiten Ihrer Domain verlinken. Ist das Budget der Kampagne begrenzt, ist AI Max laut Google nicht effektiv. Für Lead-Kampagnen im Mittelstand raten wir von beidem ab.

Über den Autor

Benjamin Pusch

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Benjamin Pusch

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