So funktionieren dynamische Suchanzeigen
Dynamische Suchanzeigen (DSA) ersetzen Keywords durch Ihre Website. Google gleicht Titel und häufige Wortgruppen Ihrer Seiten mit den Suchanfragen ab, wählt daraus eine Landingpage und erzeugt einen passenden Anzeigentitel. Sie schreiben nur die Textzeile.
Das wichtigste Signal für den Anzeigentitel ist laut Google der HTML-Titel der Seite. Wie der ausgelieferte Titel genau lautet, lässt sich nicht vorhersagen. Für den Text Ihrer Anzeige sind trotzdem Sie verantwortlich.
| Merkmal | Responsive Suchanzeige | Dynamische Suchanzeige |
|---|---|---|
| Wer wählt die Suchen? | Sie, über Keywords | Google, über den Inhalt Ihrer Seiten |
| Anzeigentitel | schreiben Sie | erzeugt Google aus Seite und Suche |
| Landingpage | legen Sie fest | wählt Google aus den erlaubten Seiten |
| Womit Sie steuern | Keywords, Keyword-Optionen, Ausschlüsse | Ziele, ausgeschlossene Seiten, ausschließende Keywords |
Ziele. Welche Seiten Google nutzen darf, legen Sie über dynamische Anzeigenziele fest: einzelne URLs („URL stimmt überein mit“), URLs mit einer bestimmten Zeichenfolge („URL enthält“), von Google gebildete Kategorien oder einen Seitenfeed, also eine hochgeladene Liste von URLs mit Labels. Wie Keywords und Keyword-Optionen in normalen Suchkampagnen funktionieren, steht in unserem Artikel zu Google-Suchanzeigen.
Warum wir DSA im B2B kaum für Anfragen einsetzen
DSA leiten Suchen aus Ihren Seiten ab. Unsere Einschätzung: Je weniger Seiten und je breiter deren Themen, desto mehr Suchen kauft Google, die nicht nach einem Anbieter fragen.
Was Google selbst schreibt. Die Google-Hilfe nennt DSA „ideal für Werbetreibende mit einer umfangreichen Website oder großem Inventar“. Sie funktionieren dort am besten, wo Seiten aussagekräftige HTML-Titel und klar formulierte Inhalte haben. Bei täglich wechselnden Angeboten rät Google ab.
Was Ratgeber versprechen. Ein Agenturratgeber von 2020 nennt als Vorteil, man brauche „weder vorher eine ausführliche Keyword-Recherche“. Ein anderer fragt, warum DSA „in jedes Google Ads Konto“ gehören. Unsere Einschätzung ist eine andere: Im B2B sind dynamische Suchanzeigen selbst eine Keyword-Recherche, nur eine bezahlte.
Unsere Erfahrung. Diese Einschätzung haben wir 2024 einem B2B-Kunden geschrieben, als ein anderer Anbieter ihm DSA vorschlug. In unseren Tests kam überwiegend unpassender Verkehr.
Wann DSA doch Anfragen bringen können. Unser Schluss aus der Google-Hilfe und unseren Konten: Drei Fragen entscheiden, ob Ihre Website dafür taugt.
- Haben Sie viele Produkt- oder Leistungsseiten mit eigenem Thema, etwa einen Katalog als Zulieferer?
- Sagt jeder Seitentitel, was der Besucher dort kaufen oder anfragen kann?
- Messen Sie qualifizierte Anfragen, nicht nur abgeschickte Formulare?
Dreimal ja: Dann kann eine bestehende DSA-Kampagne bis zur Umstellung auch Anfragen bringen. Sonst nutzen Sie sie als Radar. Eine neue Kampagne nur für einen Test lohnt sich nicht mehr.
DSA als Suchbegriff-Radar: so nutzen Sie eine bestehende Kampagne bis Februar 2027
Die Prüfliste gilt für Kampagnen, die schon laufen. Als Radar ist eine DSA-Kampagne eine eigene, kleine Kampagne, deren Aufgabe das Finden ist. Was sie an guten Suchbegriffen findet, übernehmen Sie in die Keyword-Kampagnen, was nicht passt, schließen Sie aus.
- Eigene Kampagne: getrennt von den Keyword-Kampagnen, mit eigenem, kleinem Budget. So sehen Sie, was der Radar kostet.
- Enges Ziel: einzelne Leistungsseiten per „URL stimmt überein mit“ oder ein Seitenfeed, nicht die ganze Website.
- Seiten ausschließen: Karriere und Stellenanzeigen, Impressum, Datenschutz und Blogbeiträge, die keine Anfrage auslösen sollen.
- Marke ausschließen: Läuft eine eigene Markenkampagne, kommt Ihr Firmenname als ausschließendes Keyword in die DSA-Kampagne. Sonst bezahlt der Radar Suchen, die Sie längst haben. Für diesen Artikel haben wir unsere betreuten Suchkonten über zwölf Monate bis Oktober 2026 ausgewertet: Nur ein Konto nutzte DSA, und dort fiel der größte Teil der Kosten der teuersten Suchbegriffe auf eigene Markenbegriffe. Ein Einzelfall.
- Jede Woche ernten: den Bericht zu Suchbegriffen lesen. Gute Begriffe werden Keywords in der passenden Anzeigengruppe, unpassende kommen auf die Ausschlussliste.
Welche Ausschlüsse sich in B2B-Konten bewährt haben, zeigt der Abschnitt zu unpassenden Anfragen in unserem Artikel zu Google Ads im B2B.
Wo der Radar blind ist. Einen Suchbegriff, den Sie nicht vorhersehen, schließen Sie erst aus, wenn er im Bericht auftaucht. Klicks bis dahin sind bezahlt. Suchbegriffe, für die zu wenige Suchanfragen erfasst wurden, zeigt Google aus Datenschutzgründen nicht im Bericht zu Suchbegriffen.
Neu anlegen lohnt sich eine DSA-Kampagne nicht mehr: Ab Februar 2027 stellt Google sie auf AI Max um und entfernt die Möglichkeit, dynamische Anzeigengruppen zu erstellen. Eine neue Kampagne würde nach wenigen Wochen umgestellt.
Februar 2027: Was die Umstellung auf AI Max ändert
Laut Google-Entwicklerblog beginnt im Februar 2027 die automatische Umstellung. In allen DSA-Kampagnen, die bis dahin nicht umgestellt sind, werden die dynamischen Anzeigengruppen zu Standardanzeigengruppen, AI Max wird eingeschaltet. Hinweise im Konto hat Google ab September 2026 angekündigt, für den 15. Januar 2027 eine Erinnerung an alle betroffenen Konten.
Was beim Umstellen passiert, laut Google-Hilfe:
| Merkmal | Mit DSA | Nach der Umstellung |
|---|---|---|
| Anzeigengruppe | dynamische Anzeigengruppe | Standardanzeigengruppe |
| Anzeige | dynamische Suchanzeige | responsive Suchanzeige, die Mindestzahl an Texten erzeugt Google per Textanpassung |
| Ziele | URL, Kategorien, Seitenfeed | nicht unterstützte Ziele werden schreibgeschützt |
| Regeln wie „Seitentitel enthält“ | anlegen und ändern | schreibgeschützt, nur noch entfernen |
| Übergang | entfällt | alte Anzeigen laufen weiter, bis die neuen geprüft und aktiv sind |
Was AI Max anders macht. AI Max erweitert Ihre Keywords um weitgehend passende Treffer und um Suchen ohne Keyword, schreibt Anzeigentexte mit und darf auf andere Seiten Ihrer Domain verlinken.
Was das für den Radar heißt. Suchanfragen-Abgleich, Erweiterung der finalen URL und Textanpassung brauchen laut Google-Hilfe Smart Bidding auf Conversions, damit sie effektiv funktionieren. Außerdem ist AI Max laut Google „nicht effektiv, wenn Kampagnen durch das Budget eingeschränkt sind“. Unser Schluss: Ein kleiner Radar, der Suchbegriffe statt Anfragen sucht, passt dazu doppelt schlecht.
Unsere Empfehlung. Den Radar nicht als AI-Max-Kampagne weiterlaufen lassen: gute Suchbegriffe vor Februar 2027 als feste Keywords übernehmen, dann die DSA-Kampagne pausieren. Neue Begriffe liefern danach der Bericht zu Suchbegriffen Ihrer Keyword-Kampagnen und Ihr Vertrieb.
Vor der Umstellung sichern:
- Suchbegriffe der letzten Monate exportieren.
- Ziele, Ausschlüsse und Regeln dokumentieren. Nach der Umstellung lassen sich alte Regeln nicht mehr ändern.
- Gute Suchbegriffe schon jetzt als Keywords in die Keyword-Kampagnen übernehmen.
- Selbst entscheiden statt warten: vor Februar 2027 pausieren, nicht die automatische Umstellung abwarten.
- Wer umstellt, prüft die Tracking-Vorlagen: Mit der Erweiterung der finalen URL können laut Google sonst Landingpages mit 404-Fehler entstehen.
Was Sie jetzt tun
Unser Fazit: Für Lead-Kampagnen im Mittelstand raten wir von einer neuen DSA-Kampagne und von AI Max ab. Richtig ist ein manuelles Setup mit fest gewählten Keywords. Dann entscheiden Sie, für welche Suchen Sie bezahlen.
- Sie haben keine DSA: Legen Sie keine an. Suchkampagnen mit fest gewählten Keywords und Ausschlüssen bleiben die Grundlage.
- Sie nutzen DSA als Radar: Prüfliste oben abarbeiten, gute Suchbegriffe als Keywords übernehmen und die Kampagne vor Februar 2027 pausieren.
- Sie nutzen DSA für Anfragen: Erst prüfen, ob Sie qualifizierte Anfragen messen. Wie Sie die Qualität einer Anfrage aus dem CRM an Google zurückmelden, zeigt unser Artikel zum Conversion-Tracking in Google Ads. Vor der Umstellung gilt dasselbe wie beim Radar: Suchbegriffe sichern, dann pausieren.
Sie möchten wissen, was Ihre DSA-Kampagne einkauft und was nach der Umstellung passieren sollte? Das klären wir im Erstgespräch, unsere Google Ads Agentur stellt sich dort vor.
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Transparenzhinweis
- Autor und fachliche Prüfung: Benjamin Pusch, Gründer von PushPartner.
- Interessenkonflikt: PushPartner ist eine Agentur für Performance-Marketing in Düsseldorf und betreut Google-Ads-Konten von B2B-Firmen. Unsere Haltung zu dynamischen Suchanzeigen und AI Max stammt aus dieser Arbeit.
- Datenstand: 3. November 2026. Google hat den Termin für die Umstellung auf AI Max bereits einmal verschoben. Wir prüfen den Artikel spätestens am 1. Februar 2027.
- Quellen: Google-Ads-Hilfe und Google-Entwicklerblog, zwei Agenturratgeber, eine Kundenmail von 2024, eine Auswertung unserer betreuten Konten. Die Hilfeseiten von Google sind teils maschinell übersetzt.
Quellen
- Google-Ads-Hilfe: Dynamische Suchanzeigen, abgerufen am 03.11.2026
- Google Ads Developer Blog: Migrate Campaign-level Broad Match and Automatically Created Assets to AI Max, 12.08.2026
- Google-Ads-Hilfe: AI Max in Google Ads einrichten, Abschnitt „Von dynamischen Suchanzeigen auf AI Max umstellen“, abgerufen am 03.11.2026
- Google-Ads-Hilfe: Funktionsweise von AI Max für Suchkampagnen, abgerufen am 03.11.2026
- Google-Ads-Hilfe: Responsive Suchanzeigen, abgerufen am 03.11.2026
- Google-Ads-Hilfe: Bericht zu Suchbegriffen, abgerufen am 03.11.2026
- ZweiDigital: Google Ads dynamische Suchanzeigen, 04.03.2020
- njoy online marketing: Dynamic Search Ads mit Google Ads, abgerufen am 03.11.2026




